Mittwoch, 25. Dezember 2013

Interview mit Matthias Meyer Lutterloh #Aktion Soraktes

Hej, ich hoffe ihr habt alle Heilig Abend überstanden und eure Wünsche wurden erfühlt. Besonders eure Buchwünsche ;-) Heute habe ich für euch ein Interview mit dem Autor Matthias Meyer Lutterloh. Er hat das erste Buch von The Sokrates Trilogy geschrieben *hier kommt ihr zur Rezension*, welches ich bei einer Leserunde über lovelybooks lesen durfte und freue mich sehr, dass er die Fragen für euch beantwortet hat. Viel Spaß beim Lesen.


Matthias Meyer Lutterloh


Biografie

Matthias Meyer Lutterloh absolvierte seine Ausbildung zum Modedesigner in Italien und ist seitdem international in der Mode- und Eventbranche tätig. Bereits sehr früh gründet er als Unternehmer Firmen in Europa und Asien. Um seinen Wunsch, ein Buch zu schreiben, in die Realität umzusetzen, fasste er 2012 den Entschluss, eine Auszeit von seiner Arbeit zu nehmen. Aus der Buchidee wurde das Konzept der Buchserie "Die Sokrates Trilogie". Der in Deutschland geborene Autor bereiste alle fünf Kontinente und lebte mehrere Jahre in Italien, in der Türkei und in Griechenland. Heute ist Matthias Meyer Lutterloh verheiratet und wohnt mit seiner Frau, einer Sprachwissenschaftlerin, und seinem Sohn auf Zypern.






Interview

Wie kamst du zum Schreiben?

Bedingt durch meine Arbeit in der Modeindustrie bin ich viel gereist.
Dadurch hatte ich seit Mitte der 90ger Jahre die Möglichkeit Chinas Aufstieg
vom Entwicklungsland hin zur Weltmacht miterleben zu dürfen.
Wirtschaft, Kultur und Menschen verändern sich dort unglaublich, auch
bedingt durch die Medien. Besonders die neue Generation. Das hat Vorteile,
aber auch große Nachteile. Besonders in einer Gesellschaft, mit der Ein-
Kind Politik. Die meisten Jugendlichen dort haben keine Geschwister, keine
Onkels oder Tanten. Dadurch wird das Internet ein wesentlicher Bestandteil
um soziale Kontakte zu knüpfen. Wie gefährlich dies ist, beschäftigte mich
schon lange. Über das Thema Internet etwas zu schreiben war deswegen sehr
naheliegend.
Ich hatte aber schon sehr viel früher den Wunsch ein Buch zu schreiben.
Jedoch ergab sich nie die Gelegenheit, oder die Motivation war nicht groß
genug, um dieses Strapazen auf mich zu nehmen.
Als meine Frau dann schwanger wurde, und ich deswegen für sechs Monate
nicht mehr Reisen wollte, habe ich die Zeit genutzt um meinen Wunsch
umzusetzen, ein Buch zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt war also die
Motivation endlich groß genug um so ein Projekt durchzuziehen.

Hast du vor deinem ersten Buch schon etwas geschrieben, bei dem es
noch nicht zur Veröffentlichung reichte, oder war „Sokrates Lieyes“ dein
erster Versuch?

Nein, Sokrates war mein erster Versuch. Und hätte ich gewusst, wie viel
Arbeit so ein Buch ist, dann wäre es ein Konzept für eine Kurzgeschichte und
nicht für eine 2000 Seiten Trilogie geworden.

Wann und wo kam dir die Idee zu deinem ersten Thriller? Und woher
nimmst du Allgemein die Ideen?

Das Konzept für einen Thriller ist eigentlich aus mehreren Komponenten
entstanden
Erstens, dachte ich, dass ein Thriller einfacher zu schreiben ist, als eine
ruhige Geschichte mit viel Poesie und leisen Tönen. Das ist zwar richtig,
jedoch muss ein Thriller sehr gut recherchiert sein. Das ist auch eine
Herausforderung. Aber mehr eine Hausaufgabe als ein Talent. Also hab ich
mich zuerst an dieses Genre gewagt.
Zweitens, wie bereits geschrieben, meine Gedanken über das Internet.
Drittens, wollte ich eigentlich ein Drehbuch schreiben. Ich denke in Bildern.
Und da passt ein Thriller viel besser.. Die Idee zum Thema hatte ich schon
lange. Die Cyberbrille ist so etwas wie eine Manifestation der Gefahren der
virtuellen Welt. Man sieht, hört, kommuniziert, aber kann sich nicht sicher
sein, ob es real ist. Ich finde das drückt sehr gut die Problematik des Internets
aus.
Bezüglich der Ideen: Jeder Mensch recycelt Eindrücken, Informationen und
Erfahrungen. Als Modedesigner (und Autor) muss man lernen diesen Prozess
bewusst zu verwerten. Somit ist der Ursprung einer Idee meistens nicht mehr
nachvollziehbar. Natürlich verdichtet sich unsere Wahrnehmung immer mehr,
wenn wir eine Idee umsetzen wollen. (Wie z.B. eine schwangere Frau auf
einmal nur noch schwangere Frauen sieht)
Ab einem bestimmten Zeitpunkt nehmen wir also überwiegend Dinge auf, die
zu unserem Vorhaben passen und verwerten diese.

Hast du irgendwelche Rituale beim schreiben und würdest du diese
verraten?

Rituale ist etwas zu stark ausgedrückt. Aber, Gewohnheiten.
Ich benötige vollkommene Ruhe und Kaffee. In der Praxis sieht das so aus:
Wenn ich in der Story „lebe“ dann arbeitet dies Tag und Nacht in mir. Also
wache ich sehr früh auf (manchmal schon um 4 Uhr) mache mir einen Kaffee
und schreibe. (Bis mein Sohn Alarm schlägt, dann ist er erst einmal wieder
wichtiger als das Buch).
Ich kann auch nicht einfach drauf los schreiben, sondern benötige ein Plot.
Also erarbeite ich zuerst Anfang und Ende, dann Abschnitte die immer
kleiner werden, bis ich dann diese Eckpunkte mit Inhalt fülle.
Das einzige Ritual, das ich habe, ist, dass ich im Auto immer eine Musik
höre, die mich mit der Geschichte verbindet.

Hast du ein literarisches Vorbild? Was würdest du ihn fragen, wenn du
ihn persönlich treffen dürftest?

Vorbilder habe ich keine. Nicht aus Arroganz, sondern, weil ich mich nicht
beeinflussen lassen will. Ich mag aber zum Beispiel Milan Kundera sehr
gerne.
Treffen würde ich aber sicher lieber jemand anderen. Dazu würde ich erst
einmal recherchieren, welcher Schriftsteller ein großes Geheimnis mit in den
Tod genommen hat. Und ihn nach der Auflösung fragen.

In der Leserunde auf Lovelybooks wurde sehr positiv über dein Buch
geschrieben. Wie hast du dich gefühlt als du es gelesen hast und was
denkst du darüber?

Erst einmal muss ich sagen, dass Lovelybooks ein sehr tolle Plattform ist, um
mit Lesern in Kontakt zu treten. Als ich die ersten positiven Rückmeldungen
erhalten habe, war ich natürlich ganz aus dem Häuschen. Bis dahin gab
es „nur“ Feedback von Freunden. Und das darf man nicht so ernst nehmen.
Die sind überwiegend schon deswegen begeistert, weil man schreibt.
Bei Lovelybooks sind es aber zum Teil sehr erfahrene Leser, und Bogger, wie
du.
Man tritt also einer sehr viel kritischeren Leserschaft entgegen.
Für mich sind deswegen diese positiven Beiträge absolut die Motivation, die
ich benötige um weiter zu schreiben.
Sokrates Lieyes war 18 Monate harte Arbeit. Viel schwieriger als ich das
je gedacht hätte. Mit schlechten Rückmeldungen, hätte ich mir schon noch
einmal überlegt, ob ich nach der Trilogie weiterschreibe.
Deswegen ist Lovelybooks ein positiver Antrieb in meiner jungen
Autorenlaufbahn um noch viele Bücher zu schreiben.

Möchtest du nach der Sokrates Lieyes Trilogie weiter schreiben oder
dich wieder deinem Job widmen?

Genau wie eben schon gesagt, ich will unbedingt weiterschreiben.
Denn ich bin bereits sehr lange in der Modebranche tätig. Dadurch wurde
meine Arbeit zur Routine. Das ist tödlich für Kreativität. Im Schreiben habe
ich eine neue Form des kreativen Ausdrucks gefunden, die sehr befriedigend
und ortsunabhängig ist. Ich benötige nur meinen Laptop, Ideen und Zeit.
Perfekt nach Jahren in einer dezentralisierten Branche, wo nichts geht, ohne
ständig auf Achse zu sein.
Aber ich werde trotzdem weiter Projekte in der Mode betreuen.

Hast du schon eine Idee für´s neue Buch und würdest ein klein wenig
verraten?

Ja klar. Zu allererst Buch 2 und 3 der Sokrates Trilogie. Das wird noch sehr
spannend.
Troy Turner, Agent Okeanos und viele andere bekannte Personen
aus Sokrates Lieyes werden über Buch 2 in eine weltumspannende
Verschwörung hineingezogen. Wie mir mein Lektor Dr. Ohlerich bestätigt
hat, wird Buch 3 eine Thematik in einer Art und Weise aufgreifen, wie es bis
jetzt (seines und meines Wissen) noch nie getan wurde.
Aber ich habe noch viele Konzepte in der Schublade.
z.B. Will ich einmal eine spannende Liebesgeschichte schreiben. (Das
Konzept steht)
Und eine Geschichte, die ich seit ich 20 Jahre alt bin schreiben will.
Es ist auch ein Thriller, jedoch geht es um Manipulation und
Gegenmanipulation. Jedoch greife ich hier auch Themen wie Reinkarnation,
und Begegnungen in früheren Leben auf. Das ist eine andere Kategorie als die
Sokrates Trilogie.

Wessen Bücher liest du selbst gerne? Welches Genre?

Thriller (Dan Brown), Historische Romane (Ken Follet, Richard Dübell)
Wissenschaftliche Bücher / Philosophie (Ken Wilber, Stephe Hawkins)
Aber auch so Dinge wie Harry Potter.
Also bis auf die wissenschaftlichen Bücher eher Mainstream. Und keine
großen Überraschungen.

Ich wüsste gerne noch welcher deiner Protagonisten dein persönlicher
Favorit ist und warum?

Ich sehe natürlich die gesamte Trilogie. Deswegen gefällt mir Special Agent
Messine Okeanos am besten. Weil sie die interessanteste Entwicklung
durchmacht.
Mehr kann ich aber nicht verraten.

Was sagen Familie und Freunde zu deinen Büchern und zum
Schreiben selbst? Ist deine Familie manchmal genervt, wenn du gerade
eine „Schreibphase“ hast?

Meine Frau ist Sprachwissenschaftlerin und findet es natürlich großartig, dass
ich schreibe. Aber sie vermisst mich natürlich, wenn ich gerade mit meinen
Protagonisten in einer anderen Welt leben.
Hmm, das bilde ich mir zumindest so ein. Vielleicht ist sie ja ganz froh, dass
sie ihre Ruhe hat.. ich frag nachher mal nach.

...und zum Schluss: Würdest verraten, worum es in den nächsten beiden
Teilen geht?

Gerne. Ich muss nur sehen, dass ich nicht zu viel verrate.
Buch 2 wird ein internationaler Thriller. Es geht um das Problem, dass wir
weltweit unterschiedliche Gesetze für die gleichen Verbrechen haben.
Somit kann, wie das z.B. bei der Steuer möglich ist, ein Verbrechen mittels
des Internets zwar in einem Land begangen werden, sich der Täter aber in
einem anderen Land aufhalten, wo die Strafen dafür niedriger sind, oder gar
nicht erst verfolgt werden.
Buch 3 wird dann eine Dystopie, die an den Inhalt von Buch 1 und 2
anknüpft. Eine Verschwörung, die alle Menschen betrifft.
Obwohl sich das etwas anhört, als ob ich denn Stil von Buch 1 verlasse, wird
das nicht so sein. Es ist nur die natürliche Entwicklung der Protagonisten.
Eine Trilogie, die jeweils nur das Verbrechen, den Tatort und den Täter
verändert, hatte ich nie im Sinn.

Möchtest du deinen (werdenden) Lesern noch etwas sagen?

Sehr viele Dinge, was ich aber wirklich interessant finde, ist die Tatsche wie
unterschiedlich Leser ein Buch lesen und wahrnehmen. Deswegen finde ich
es sehr gut, wenn Leser mit dem Autor in Kontakt treten.
Und Personen wie du, die sich auch noch die Mühe machen über ein Buch
zu schreiben, Interviews durchführen und damit uns Autoren wirklich helfen,
sind natürlich die perfekten Leser.
Deswegen will ich mich für diese Interview herzlich bedanken. Und dir ein
großes Kompliment für dein Engagement machen.


Oh, da werde ich rot bei dem letzten Satz. Wie lieb von dir :)
Denkt daran, wenn ihr ein Buch haben wollt, dann schnell *hier* drauf klicken. Es gibt 2 Bücher mit einer Widmung von Matthias zugewinnen und eins davon könnte dir gehören.

Eure Hanna


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